Zeitarbeit von A bis Z

 

Arbeitnehmerüberlassung

Arbeitnehmerüberlassung ist das Überlassen, sprich Zur-Verfügung-Stellen, von Arbeitnehmern eines Verleihers an einen Entleiher, damit dieser seinen zeitlich begrenzten Personalbedarf decken kann.

 

Arbeitnehmerüberlassungsgesetz (AÜG)

Das Arbeitnehmerüberlassungsgesetz (AÜG) enthält Schutzvorschriften für den Arbeitnehmer und regelt die rechtlichen Rahmenbedingungen und den gesamten Ablauf der Zeitarbeit.

 

Arbeitnehmerüberlassungsvertrag

Der Arbeitnehmerüberlassungsvertrag ist die vertraglich Grundlage zwischen dem verleihenden Zeitarbeitsunternehmen und dem Kundenbetrieb und beruht auf den Vorschriften des Arbeitnehmerüberlassungsgesetz (AÜG). Der Überlassungsvertrag muss bei jeder Arbeitnehmerüberlassung geschlossen werden. Im juristischen Sinn handelt es sich dabei um einen Dienstvertrag.

 

Arbeitsschutzvorschriften

Zu den Arbeitsschutzvorschriften zählen staatliche Gesetze und Verordnungen und die von den Berufsgenossenschaften erlassenen Vorschriften und Unfallverhütungsvorschriften. Sie dienen der Arbeitssicherheit - sowohl sicherheitstechnischer und als auch arbeitsmedizinischer Art - und dem Schutz der Arbeitnehmer. Beispiele: Arbeitsschutzgesetz, Betriebssicherheitsverordnung, Geräte- und Produktsicherheitsgesetz, Arbeitsstättenverordnung, Gefahrstoffverordnung und weitere.

 

Einsatz

Als Einsatz wird der Auftrag und die Arbeit bezeichnet, die ein Zeitarbeitnehmer in einem Kundenbetrieb leisten soll. Da ein Auftrag (meist) zeitlich beschränkt ist, ist auch der Einsatz meist nur für einen begrenzten Zeitraum vorgesehen.

 

Entleihbetrieb / Entleiher

Entleihbetriebe sind die Firmen, die Zeitarbeitnehmer ausleihen. Oder umgekehrt ausgedrückt, sind es die Firmen, an die die Zeitarbeitsfirma ihre Mitarbeiter überlässt. Der Entleiher schließt mit dem Zeitarbeitsunternehmen einen Überlassungsvertrag, der die Einzelheiten und die Rahmenbedingungen der Arbeitnehmerüberlassung regelt. Der Entleiher bestimmt den Arbeitseinsatz des Zeitarbeiters und trägt in seinem Betrieb für diesen die Verantwortung. Siehe auch "Kundenbetrieb"

 

Equal Payment

Mit Equal Payment wird die gleichwertige Bezahlung eines Zeitarbeitnehmers wie die der Stammbelegschaft im Entleihbetrieb bezeichnet. Grundsätzlich sieht das Arbeitnehmerüberlassungsgesetz eine absolute Gleichbehandlung von Zeitarbeitnehmern nach Equal Payment (und auch Equal Treatment) vor, es sei denn, es wird ein Tarifvertrag für die Zeitarbeit angewandt.

 

Equal Treatment

Der Begriff des Equal Treatment bezeichnet die Gleichbehandlung des Zeitarbeitnehmers in Bezug auf die Arbeitsbedingungen zu vergleichbar eingesetzten Stammmitarbeitern im Kundenunternehmen. Es geht über die Regelungen des Equal Pay noch hinaus und ist daher noch schwieriger umzusetzen.

 

Externe(s) Personal / Mitarbeiter

Im Gegensatz zu den Mitarbeitern in der Verwaltung und den Geschäftsstellen des Zeitarbeitsunternehmens, dem internen Personal, werden die Zeitarbeitnehmer als externes Personal bezeichnet, denn auch sie sind beim Zeitarbeitsunternehmen fest eingestellt. Doch das externe Personal wird nicht beim Zeitarbeitsunternehmens selbst eingesetzt, sondern beim Kundenunternehmen.

 

Interne(s) Personal / Mitarbeiter

Als internes Personal werden Mitarbeiter bezeichnet, die in der Verwaltung und den Geschäftsstellen der Zeitarbeitsfirma arbeiten. Sie betreuen Kunden und externe Mitarbeiter.

 

Kundenbetrieb / - firma / -unternehmen

Der Betrieb bei dem der Zeitarbeitnehmer seinen Einsatz verrichtet, nennt man Kundenbetrieb. Dieser Kundenbetrieb ist der Vertragspartner des Zeitarbeitsunternehmens, das wiederum den Zeitarbeitnehmer unter Vertrag hat.

 

Leiharbeit

Ein nicht mehr zeitgemäßer Begriff für Zeitarbeit ist Leiharbeit. Im Arbeitnehmerüberlassungsgesetz (ÄUG) wird dieser Begriff jedoch weiterhin für die Zeitarbeit verwendet. Mittlerweile hat sich jedoch im allgemeinen Sprachgebrauch der Begriff Zeitarbeit durchgesetzt.

 

Personaldienstleistung

Personaldienstleistung ist ein Oberbegriff für Dienstleistungen, wie Zeitarbeit, Outsourcing, On-Site-Management oder Personalvermittlung.

 

Personaldisponent

Für die Kunden ist der Personaldisponent erster Ansprechpartner bei der Zeitarbeitsfirma. Als Mittler zwischen Kunde und Mitarbeitern koordiniert er sämtliche Anfragen, die jeweiligen Einsätze und Einstellungen von neuen Mitarbeitern.

 

Personalvermittlung

Mit dem Fall des so genannten Vermittlungsmonopols der Bundesanstalt für Arbeit zum 01.08.1994 wurde die gewerbsmäßige, private Arbeitsvermittlung zugelassen. Seit dieser Zeit gehört die Dienstleistung Personalvermittlung ins Dienstleistungs-spektrum fast aller Personaldienstleister. Gerade für Zeitarbeitsfirmen bietet es sich auch Personal zu vermitteln, da sie ohnehin kontinuierlich neue Mitarbeiter rekrutieren müssen. Die privaten Personalvermittler stehen nicht in einem Konkurrenzverhältnis zu den Arbeitsagenturen. Ihre Dienstleistungen beruhen auf dem Auftrag eines Arbeitgebers, während die öffentlichen Arbeitsvermittler sich darum bemühen für Arbeitslose eine Stelle zu finden.

 

Stammpersonal / -mitarbeiter /-belegschaft

Im Gegensatz zu den Zeitarbeitnehmern werden die Mitarbeiter des Kundenbetriebs als Stammpersonal bezeichnet.

 

Überlassungsvertrag

Siehe "Arbeitnehmerüberlassungsvertrag".

 

Verleiher / Verleihbetrieb

Siehe "Zeitarbeitsunternehmen".

 

Verrechnungssatz

Als Abrechnungsgrundlage für erbrachte Leistungen zwischen Entleiher und Verleiher gilt der vorher vereinbarte Verrechnungssatz. Dieser Verrechnungssatz ist vom Entleiher für jede vom Zeitarbeitnehmer geleistete Arbeitsstunde des Einsatzes an das Zeitarbeitsunternehmen zu zahlen.

 

Werkvertrag

Beim Werkvertrag schuldet der Unternehmer dem Besteller die Herstellung eines Werkes, das heißt, die Herbeiführung eines bestimmten Erfolges körperlicher oder nichtkörperlicher Art. Gegenstand typischer Werkverträge sind Bauarbeiten, Reparaturarbeiten, handwerkliche Tätigkeiten (Möbelanfertigung, Installation, Tapezieren), Transportleistungen (beispielsweise Taxifahrt) oder die Erstellung von Gutachten und Plänen. Der Unternehmer ist dabei derjenige, der das Werk erstellt. Abzugrenzen ist der Werkvertrag insbesondere vom Dienstvertrag. Dabei ist beim Werkvertrag im Gegensatz zum Dienstvertrag ein bestimmter Erfolg geschuldet und nicht lediglich eine Tätigkeit.

 

Zeitarbeit

Als Zeitarbeit bezeichnet man die zeitlich begrenzte Überlassung von Arbeitnehmern an Dritte durch ein Zeitarbeitsunternehmen. Es ist die legale Beschäftigung und Überlassung von Arbeitnehmern auf Basis des Arbeitnehmerüberlassungsgesetzes unter Beachtung aller arbeits- und sozialrechtlicher Bestimmungen. Darüber hinaus versteht man unter Zeitarbeit die Durchführung zeitlich begrenzter Arbeitsleistungen in Kundenunternehmen.

 

Zeitarbeiter / Zeitarbeitnehmer

Ein Zeitarbeiter ist ein zum Zwecke der Überlassung bei einer Zeitarbeitsfirma fest angestellter Mitarbeiter.

 

Zeitarbeitsunternehmen /-firma

Ein Zeitarbeitsunternehmen überlässt gewerbsmäßig bei ihm fest angestellte Mitarbeiter für eine bestimmte Zeit an Kundenbetriebe. Auf der Grundlage des mit seinen externen Mitarbeitern geschlossenen Arbeitsvertrags übernimmt es damit die üblichen Arbeitgeberpflichten. Laut Arbeitnehmerüberlassungsgesetz (AÜG) brauchen Firmen, die eine gewerbsmäßige Arbeitnehmerüberlassung in Deutschland betreiben, eine entsprechende Erlaubnis.

 

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